Im neuen Jahr ein E-Auto kaufen

Im Juli 2021 rollten erstmals mehr als eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen und das bei einer Gesamtzahl von insgesamt mehr als 48 Millionen PKW. Mit E-Auto sind allerdings reine Elektroautos, die „Battery Electric Vehicles – BEV“ gemeint, bei denen es sich nur um Fahrzeuge mit Elektromotor und Akku handelt. Allerdings fallen auch Plugin-Hybrid-Fahrzeuge („PHEV“) in die Statistik. Plugin-Hybride sind Fahrzeuge, die neben einem Elektromotor und Akku zusätzlich noch über einen Verbrennungsmotor mit Tank verfügen.

Rekordzulassungen

Noch nie zuvor wurden in Deutschland so viele E-Autos zugelassen wie im November 2021. Zahlenmäßig waren es über 40.000 Fahrzeuge und somit etwa 20 Prozent aller Neuzulassungen. Elektroautos übertrafen sogar den Anteil von Dieselfahrzeugen mit etwa 15,8 %. In den ersten elf Monaten 2021 wurden etwa 307.000 Elektrofahrzeuge neu zugelassen, nach gerade einmal 194.000 Zulassungen im Vorjahr, was eine Steigerung von 55 Prozent darstellt. Ziel ist, bis Ende 2030 15 Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen rollen zu lassen.

Rasant wachsender Bestand

Reine Elektrofahrzeuge, BEVs, sind dennoch eher exotisch, da nur etwa jedes hundertste Fahrzeug in Deutschland rein elektrisch betrieben wird. Jedoch führen staatliche Förderungen und einer größer werdende Auswahl an Modellen zu einem großen Anstieg der Verkaufszahlen, weshalb im September 2021 erstmals mehr E-Autos als Dieselfahrzeuge neu zugelassen wurden. Deutsche Hersteller stellen ihre Produktionsstätten um und sogar Hersteller wie Jaguar, Volvo, Bentley sowie Ford planen, bis 2030 nur noch Elektroautos herzustellen. Denn immerhin will Deutschland bis 2045 klimaneutral sein mit der Folge, dass sich der Verkehrsbereich als drittgrößter Verursacher von Treibhausgasen komplett umstellen muss.

E-Autos zunehmend im Fokus

Ein neues Zeitalter hat begonnen. Viele Jahre gaben Verbrennungsmotoren den Ton an, wobei sich niemand über die Umwelt oder gar Klimaverträglichkeit Gedanken machte. Dennoch brechen wir alle in eine klimaverträgliche Zeit auf, die weiter hoffen lässt. Auch Käufer eines Verbrenners werden sicher nichts falsch machen, wenn sie ihr Fahrzeug lange fahren möchten. Sie erhalten eine ausgereifte Technik, ausgestattet mit modernen, schadstoffarmen Motoren, die ihren Fahrern über viele Jahre weiter Freude bereiten wird.

Viele Käufer erhalten aber jetzt die Chance, sich ihr erstes E-Auto zuzulegen. Sowohl massive Kaufprämien vom Staat als auch von den Herstellern machen Elektroautos zunehmend interessanter. Die hohe Prämie macht den Kauf eines Elektrofahrzeuges sogar für denjenigen attraktiv, der bislang vielleicht lediglich an einen Gebrauchten gedacht hat. Weiterhin kommen immer bessere E-Modelle auf den Markt. Während Plug-in-Hybride für Langstreckenfahrer einen Umstieg ermöglichen, werden auch die Reichweiten reiner Elektrofahrzeuge immer größer. Die Infrastruktur für Ladegeräte wird immer weiter ausgebaut und viele Menschen und Betriebe legen sich eine Wallbox zu.

Die Rahmenbedingungen für E-Fahrzeuge werden deutlich besser. Ebenfalls ist davon auszugehen, dass in einigen Jahren auch viele Elektrofahrzeuge als Gebrauchtwagen auf dem Markt sein werden, sodass gute Fahrzeuge mit einer ausreichenden Reichweite günstig zu haben sind. Zuversicht ist angesagt. Alle müssen begreifen und verstehen, dass wir uns um unser selbst willen um unseren Planeten kümmern müssen.

Entscheidungsfindung für den Käufer

Menschen, die sich einen Neuwagen zulegen wollen, stehen immer vor der Frage, ob sich ein E-Auto für sie lohnt. Egal ob Kauf oder Leasing: Ein Fahrzeug sollte klima-, umweltfreundlich und gleichzeitig bezahlbar sein. Viele Käufer fragen sich aber, ob ein Fahrzeug bei einer Langstreckenfahrt, wie etwa von Frankfurt nach Berlin oder gar ins Ausland durchhält. Zahlreiche Berichte zeigen, dass Fahrten mit einem E-Auto nicht ganz so entspannt verlaufen, wie Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor. Allerdings sind solche Bedenken längst überholt. Die meisten elektrisch betriebenen Kleinfahrzeuge schaffen zwischenzeitlich etwa 300 Kilometer und bei einer vorsichtiger Fahrweise sind es sogar bis zu 500 Kilometer ohne Zwischenstopp. Dies reicht sicher noch nicht für eine Fahrt von Frankfurt nach Hamburg. Eine Mobilitätsstudie, die im Jahr 2019 vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegeben wurde, ergab, dass die meisten Autofahrer, die in Städten oder Metropolregionen unterwegs sind, durchschnittlich nur etwa 22 Kilometer täglich mit dem Auto unterwegs sind. Auch im ländlichen Raum sieht es nicht anders aus, denn auch hier werden durchschnittlich mit dem privaten Pkw etwa 37 Kilometer zurückgelegt. Dennoch sind viele möglichen Autokäufer in Bezug auf Elektrofahrzeuge weiterhin skeptisch. Hauptgründe sind die Reichweite, der Preis für die Anschaffung aber auch die Bereitstellung öffentlicher Ladesäulen.

Ladesäulen

Die Verfügbarkeit von Ladesäulen scheint jedoch zwischenzeitlich nicht mehr das Problem zu sein. Für lange Strecken bestehen gegenwärtig 50.000 Ladestationen, die sich über das ganze Land verteilen. Autofahrer finden auf der Internetseite „ladesäulenregister.de“, welche vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) betrieben wird, eine umfassende Übersicht über alle aktuell verfügbaren Ladestationen Deutschlands. Die Webseite zeigt zwar, dass es im ländlichen Raum nach wie vor Gegenden gibt, in denen eine Ladesäule noch 30 Kilometer und mehr entfernt ist. Allerdings ist auch das Netz verfügbarer Tankstellen in vielen Gegenden gleichermaßen dünn gesät. Hinzu kommt, dass in ländlichen Gegenden viele Menschen in Einfamilienhäusern wohnen, wo sie eine „Wallbox“ installieren können, die das Laden eines E-Autos ermöglicht.

Weiterer Ausbau verfügbarer Ladesäulen geplant

Der neue Bundesverkehrsminister Volker Wissing plant den weiteren massiven Ausbau öffentlicher Ladesäulen. Er verspricht beim Ausbau deutlich mehr Tempo und ließ sogar verlauten, dass eine flächendeckende Versorgung mit verfügbaren Ladesäulen ein Teil der staatlichen Daseinsfürsorge sei. Damit sind sowohl der Bau von Schnellladesäulen an Autobahnen, aber auch in ländlichen Gebieten gemeint. Der Politiker sagte erst kürzlich im ZDF, dass zu einem attraktiven Mobilitätsangebot für Jedermann kein stundenlanges Warten auf das Laden des eigenen Autos gehören könne.

Elektroautos lohnen sich nicht nur ökologisch sondern auch wirtschaftlich

Spezialisten des ADAC rechneten aus, dass es sich nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich lohnt, auf ein Elektrofahrzeug oder einen Plug-in-Hybrid umzusteigen. Werden alle Kosten eines Fahrzeuges zusammengerechnet, die vom Kaufpreis über alle Betriebs- und Wartungskosten bis zum Wertverlust reichen, wird der Unterschied zwischen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren und Elektrofahrzeugen zunehmend geringer. Zahlreiche Elektromodelle seien schon jetzt günstiger, so der ADAC. Neben geringeren Wartungs- und Energiekosten zeichnen sich E-Autos auch durch einen steuerlichen Vorteil aus. Die Kfz-Steuer entfällt für diese Fahrzeuge für zehn Jahre.

Entscheidungskriterium Preis

Für viele, die sich überlegen, ob sie sich ein E-Auto zulegen wollen, ist das entscheidende Kriterium der Preis. Allgemein hängt E-Autos immer noch an, zu teuer und wirtschaftlich unrentabel zu sein. Allerdings schwinden die anfänglichen Nachteile gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zunehmend. So ist ein Kleinwagen, wie zum Beispiel der Renault Zoe dank des staatlichen Umweltbonus in Höhe von immerhin 9.000 Euro, schon ab 21.000 Euro zu haben. Die Berechnungen des ADAC haben den staatlichen Zuschuss in Höhe von bis zu 9.000 Euro für rein elektrisch betriebene Fahrzeuge und von bis zu 6.750 Euro für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge bereits mit eingeschlossen. Der ADAC rät allen zukünftigen Käufern eines Elektrofahrzeuges, sich das infrage kommende Modell exakt anzusehen und auch die jährliche Kilometerleistung mit einzubeziehen. Käufer sollten beachten, dass E-Autos nicht nur Steuervorteile haben, sondern auch die Kosten für Wartung und Energie deutlich niedriger ausfallen.

Erfolgreichstes E-Auto Deutschlands 2021

Das erfolgreichste E-Auto Deutschlands dürfte im Jahr 2021 wieder Teslas Model 3 sein. Mehr als 29.000 Fahrzeuge dieses Typs wurden bis Ende November 2021 zugelassen. Nach diesem Spitzenreiter folgte an zweiter Stelle VWs Kleinwagen UP mit 25.450 zugelassenen Fahrzeugen. Und das sogar, obwohl dieses Modell seit Monaten nicht mehr bestellt werden kann. Den dritten Platz der Neuzulassungen von Elektroautos belegt Volkswagen mit dem ID.3. Bei diesem Modell handelt es sich um eine Art E-Golf, von dem immerhin bis Ende November 2021 25.200 Exemplare zugelassen wurden.

Besonders beliebt in Deutschland ist auch Renaults Kleinwagen Zoe, der mit 20.165 Zulassungen bis einschließlich November 2021 den vierten Platz bei Neuzulassungen von E-Autos erreichte. Der Zoe erreichte im November 2021 mit 4.200 Erstzulassungen in Deutschland sogar die Spitzenreiterposition aller zugelassenen Elektrofahrzeuge, sogar noch vor Tesla.

Etwas sportlicher geht es bei BMW zu. Den Münchner gelang es, im November 2021 erstmals mit dem i4 den Sprung in die Statistik zu schaffen. Von diesem Modell wurden 152 Neufahrzeuge zugelassen. Allerdings hat die viertürige Limousine ihren Preis, sie kostet ohne Förderung – je nach Ausführung – zwischen 59.200 Euro und 70.600 Euro.

Günstiger ist aber auch möglich. Der Cupra Born aus dem Hause Seat feierte erst kürzlich Premiere. Dieses Fahrzeug ist schon für etwa 32.700 Euro abzüglich einer Umweltprämie zu haben.

Volkswagen stellt mit dem Modell ID.1, bei dem es sich um den Nachfolger des UP handelt, ein weiteres günstiges Elektrofahrzeug in Aussicht. Dieses Fahrzeug soll nach Abzug der Kaufprämie nur noch rund 11.000 kosten. Interessierte müssen jedoch noch bis 2024 abwarten. Volkswagen plant jedoch, 2023 zunächst den ID.2 auf den Markt zu bringen. Beim ID.2 handelt es sich um ein kleines SUV-Modell, das voraussichtlich für etwa 20.000 Euro erworben werden kann.

Insgesamt wird sich jedoch das verfügbare Angebot erschwinglicher Elektroautos deutlich verbessern.

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